Dienstag, 13. September 2016

LESEZEICHEN - DREI MAL GRAPHIC NOVEL, BITTE

masayuki kusumi & jiro taniguchi:

der geheime garten vom nakano broadway




einerseits finden wir hier japan-typische reduktion, andererseits auch überschwänglichkeit. die reduktion bezieht sich auf die storyline. hier werden keine großen geschichten erzählt, auch keine sonderlich spannenden, hier geht es um jemanden, der einfach nur gerne spazieren geht und sich zum nachdenken inspirieren lässt. und hier finden wir auch die überschwänglichkeit: es gibt kaum dialoge, dafür um so mehr text der den gedanken des protagonisten entspringt.

zu all dem passt der zurückhaltende, monochrome zeichenstil (naja, fast monochrom. schwarz, weiß und hellblau), der dann doch immer wieder detaillierter erscheint.

eine graphic novel wie ein meditationsgarten. man muss sich darauf einlassen, darin versinken, dann kann man dem ganzen auch etwas abgewinnen. nicht nur für japanophile, sondern ein guter einstieg für all jene, die den unterschied zwischen graphic novel und comic nicht kennen.

das lesezeichen:

eine internetbekanntschaft schickte mir einmal diese glückspostkarte mit einem echten vierblättrigen kleeblatt. ob es geholfen hat, kann man nie mit sicherheit sagen. oder doch?





darwin cooke:

parker



mit dieser graphic novel befinden wir uns mitten in einem hardboiled krimi, ich möchte sogar fast sagen, in einem film noir. als vorlage diente der roman the hunter von richard stark. hier geht es nicht nur bildgewaltig und oft recht wortkarg zu, die gewalt ist wesentlicher bestandteil dieser geschichte. logisch, bei diesem genre.

seitenlang können wir in großartigen zeichnungen schwelgen, die, ganz wie es eben im film noir üblich war, vor allem aus schatten bestehen, ohne von lästigem text unterbrochen zu werden. bei aller wortkargheit gibt es dann doch noch genug zu lesen.

über die story möchte ich hier keine großen worte verlieren, das kann man bei interesse überall nachlesen, doch wie die geschichte zeichnerisch festgehalten wurde finde ich sehr gelungen. ehrlich gesagt, war es ein großartiger kontrast zum vorangegangenen buch. vielleicht haben sich die beiden bücher auf seltsame art und weise sogar durch ihre unterschiedlichkeit gegenseitig ergänzt.

wer dieses genre liebt, egal ob hardboiled oder film noir, und wer bisher die düsteren batman comics als das non plus ultra empfand, hat hiermit sicher seine helle, äh, düstere freude.

das lesezeichen:

dieses lesezeichen befand sich als beigabe in einem neu gekauften buch. in welchem weiß ich heute natürlich nicht mehr. die rückseite ist weiß, bzw. unbedruckt, darum verzichte ich auf ein zweites bild.




j.r.r. tolkien:

der hobbit



ja, natürlich, der hobbit gehört inzwischen, genauso wie der herr der ringe, zum allgemeingut und zu den klassikern. nahezu jeder hat entweder das eine oder das andere buch gelesen, oft genug beide, und ganz sicher alle filme gesehen. was gäbe es denn hierbei noch neues zu entdecken?

ehrlich gesagt, muss ich hier mit "nichts" antworten. die graphic novel hält sich sehr genau an die vorlage (das buch, nicht den film) und wurde - ganz wichtig! - lange vor erscheinen des films (bzw. der filme) herausgegeben, unterscheidet sich also optisch ziemlich stark von herrn jacksons visionen.

obwohl die zeichnungen manchmal ein wenig zu sehr an märchenbücher erinnern, stört dieser umstand höchstens anfangs ein wenig, oder gar überhaupt nicht. es passt nämlich. wenn man bedenkt, dass der hobbit eigentlich ein kinderbuch sein sollte, dann fügt es sich hier wunderbar zusammen. die graphic novel ist sehr bunt, sehr textreich, sehr lang und vor allem wirklich detailliert ausgeführt. ich wage fast zu behaupten, dass ein bildbegeisterter leser der graphic novel länger dafür braucht, als ein leser des romans.

wer sich für mittelerde begeistert, der hat hier ein weiteres großartiges sammlerstück, wer das buch nicht lesen wollte, kann vielleicht hiermit begeistert werden, wer sich jedoch eine zeichnerische umsetzung des films erwartet wird enttäuscht werden. ich gehe jedoch so weit zu behaupten, dass dies das ideale vorlesebuch für etwas größere kinder, die während des vorlesens gerne die bilder ansehen möchten wäre, auch wenn graphic nobels nicht wirklich dafür gedacht sind. ich erinnere jedoch noch einmal daran, dass der hobbit ja eigentlich ein kinderbuch ist, grimms märchen sind im grunde viel grausamer und seltsamer.

das lesezeichen:

ein gratis-lesezeichen aus meiner ehemaligen bevorzugten bücherei, sogar die erste auflage, inklusive von hand ausgebessertem druckfehler. auch hier verzichte ich auf ein bild der rückseite, da beide seiten identisch sind.



nachtrag:

eigentlich habe ich hier mit den lesezeichen gecheated. irgendwie ergab es sich, dass ich bei allen drei graphic novels den ausdruck der bücherei als lesezeichen verwendete. also beschloss ich für die bilder zum blog einfach die nächsten drei lesezeichen aus meinem stapel zu ziehen und sie chronologisch zuzuordnen, ganz genau so, als hätte ich sie tatsächlich für diese bücher verwendet.

ihr nehmt mir das doch wohl hoffentlich nicht krumm, oder?







Mittwoch, 8. Juni 2016

BLOG-BLOCK

ups.... und auf einmal sind zwei monate vergangen. einfach so. ohne ein wort von mir, ohne blogeintrag, ja nicht einmal irgendwelche bilder gab es von mir für euch. dabei gab es mal eine zeit in der ich täglich bloggte, erinnert sich eigentlich noch irgend jemand daran? wie konnte DAS also passieren?

nun, täglich einen blogeintrag schreiben geht ja schon länger nicht mehr. wenn man fünf tage die woche arbeitet macht man dann abends - und auch an den wochenenden - doch gerne mal etwas anderes, als erst mal ein stündchen mit blogschreiben durchzubringen. aber alleine daran liegt es nicht, prinzipiell schreibe ich ja gerne und zwischendurch sollte doch auch dafür platz, bzw. zeit sein, oder?

dass mir die themen ausgegangen wären ist auch nur die halbe wahrheit. ich lese immer noch bücher die ich dann besprechen könnte, nur dauert das lesen derzeit dummerweise einfach ziemlich lange, weil ich zwar lese, aber nur mehr sporadisch. hörbücher könnte ich auch vorstellen, da gäbe es genug die es wert wären. außerdem habe ich mein reisetagebuch ausgegraben, das wollte ich schon lange mal blogmäßig verwerten, nebenbei hätte ich auch die alten tagebücher aus der zeit in der ich beim bundesheer war. das wäre sicher witzig. und dann fallen mir natürlich trotz allem immer noch immer wieder themen ein zu denen ich etwas schreiben könnte. doch im gegensatz zu früher notiere ich sie mir nicht mehr - und dann vergesse ich es wieder.

der grund warum ich nicht mehr geschrieben habe, bzw. irgendwie keine lust habe zu schreiben ist: ich habe keine lust! ja, so einfach ist das. und auch so verstörend, denn, wie bereits weiter oben angemerkt, prinzipiell schreibe ich doch sehr gerne. und auch jetzt, wo ich mich endlich dazu aufgerafft habe diesen beitrag verfassen, merke ich, dass ich nach wie vor spaß damit (und daran) habe. also, warum zum fuck, habe ich trotz allem keine lust zu schreiben? ich weiß es nicht! ich kann es mir auch nicht erklären.

es eine schreibblockade zu nennen wäre zu hoch gegriffen. es ist eher eine "ich schau mir lieber die letzte staffel my name is earl an" blockade, oder "ich spiele lieber meinen charakter bis zum nächsten level" blockade, oder eine "ich häng lieber einfach mal ab und chill rum" blockade. nennen wir das kind beim namen: de facto ist es ein problem der selbstdisziplin! logisch, mit selbstdisziplin hab ich's nämlich nicht so. darum bin ich übergewichtig, notorisch unrasiert und lebe zwischen spinnweben.


da ich aber schon wusste, dass ich ja eigentlich doch sehr viel lust am schreiben habe, schon bevor ich anfing dies hier zu schreiben und mir selbst durch den spaß am schreiben bestätigte, dass ich recht habe, nahm ich mir vor mir selbst ein ziel zu setzen, quasi als selbst auferlegte peitschenschwingende triebfeder. ich nehme mir also vor ab sofort mindestens einen beitrag pro woche zu verfassen. na? liest sich das gut? freut sich schon irgend jemand? hm?

doch was nützt so eine vorgabe, wenn das nichteinhalten dieser keinerlei konsequenzen mit sich bringt? vielleicht sollte sich meine leserschaft überlegen welche "bestrafung" mich ereilt, wenn ich meine vorgabe von mindestens einem blogbeitrag pro woche nicht einhalte? ja, das ist, so denke ich, eine gute idee.

kommentiert mir doch eure vorschläge, entweder wähle ich einfach eine davon aus, oder ich lasse euch noch dazu abstimmen. mal sehen. sollte niemand kommentieren ist klar, dass es sowieso scheißegal ist und mache einfach undiszipliniert weiter wie bisher ;-)

Sonntag, 3. April 2016

GONE FISHING ODER MEINE TÄGLICHE PHISHINGMAIL GIB MIR HEUTE

witzig....

da flattert einem mail von paypal ins haus, in dem behauptet wird, dass einem aufgrund seltsamer kontobewegungen das konto gesperrt wird und man sich doch bitte zur klärung mittels des in der mail befindlichen links einloggen möge.

als alter spam- und phishingmail geplagter hase kommt einem das natürlich sofort seltsam vor - und siehe da, der link verweist sonstwo hin, aber sicher nicht zu paypal.



ich habe mir dennoch mal den spaß gegeben und bin dem link gefolgt. zuerst blitzt kurz irgendwas mit "twitter" auf, dann was mit "russainair" und schlussendlich landet man tatsächlich auf einer seite die aussieht wie ein login zu paypal.





zur erinnerung: das echte login zu paypal sieht folgendermaßen aus (so richtig mit paypal,com und https usw) und benutzt vor allem die deutsche sprache:



neugierig wie ich bin, habe ich mich dennoch einfach mal mit IRGENDEINEM fantasie-login eingeloggt (suckmydick@fuck.com funktioniert! ^^) - und siehe da: man kommt tatsächlich weiter und landet auf einer seite in der einem so einiges zur vermeintlichen kontosperre erzählt wird. hier befindet sich wieder ein weiterführender button, dem ich natürlich auch nicht wiederstehen konnte.



hier werden nun die restlichen daten abgegriffen, sofern man so blöd ist diese auch einzugeben.


jaaaaaa, heutzutage ist kaum noch jemand so doof auf solche mails reinzufallen, dennoch passiert es immer wieder. vor allem älteren leuten, die sowieso im umgang mit dem internet total unsicher sind. gut, es gibt auch junge menschen die dabei unsicher sind. oder einfach nur doof.

und wozu poste ich das?

naja, vielleicht hilft es dem einen oder anderen, wer weiß....

Mittwoch, 30. März 2016

LAUREN GROFF - DIE MONSTER VON TEMPLETON



habt ihr euch schon mal eine cd (oder lp) gekauft, nur weil euch das cover oder ein bestimmter song darauf gefallen hat, und dann wart ihr enttäuscht, weil es zwar im besten fall ok, aber eben absolut nicht das erwartete war? oder, anderes beispiel: habt ihr euch schon einmal in einem restaurant ein euch bis dahin unbekanntes gericht bestellt, und dann war es zwar das was auf der karte stand, aber trotzdem absolut nicht nach euren vorstellungen? dann ist es euch sicher auch schon mal was ähnliches mit büchern passiert. man liest eine rezension, oder nur den titel, oder man mag das cover und den klappentext, aber dann ist es irgendwie was völlig anderes. genau das ist mir mit diesem buch passiert.


das buch:

eigentlich hätte mich ja das in den beschreibungen immer wiederkehrende wort "familie", mal als "familiensaga", mal als "familienschwarte", besser in alarmbereitschaft setzen sollen, tat es aber aus unerfindlichen gründen nicht. vermutlich blendete mich das "monster" im titel - und dass stephen king das buch ansgeblich gut fand. ich war traurig als das ende des romans in sicht kam heißt es von ihm. nun ja, ich war eher erleichtert als sich das ende endlich abzeichnete.

dass die tatsächlichen monster von templeton eigentlich menschlicher natur sind, dämmerte mir spätestens dann, als immer klarer wurde, dass das eine und einzige im buch vorkommende monster eigentlich gar keines ist, dass es von dem ganzen familiensagagedöns total in den hintergrund gedrängt und zur absoluten nebenfigur degradiert wird - und dass es in der einzahl bleiben wird.

doch eines muss ich der autorin lassen: sie versteht es erstklassig in verschiedenen stilen zu schreiben und damit verbundene denkweisen nahezubringen. das buch wimmelt nur so von tagebüchern, briefen und historischen berichten. doch zu keinem zeitpunkt fand ich es spannend oder gar mitreißend, erst recht nicht interessant.

vielleicht liegt es zum wiederholten male daran, dass ich eben so meine probleme mit autorinnen und jenen dingen von denen sie meinen dass sie für die geschichte und den leser interessant wären habe. nennt mich bibliomachophil oder auch literaturchauvinist. es ist nun mal so und ich stehe dazu. aber niemand kann mir nachsagen ich würde es nicht immer wieder mal versuchen.

stephen king hätte das kaum beklemmender hinkriegen können meint jutta person im klappentext. wollen wir wetten? von beklemmung gab es keine spur! sogar ICH bekomme das beklemmender hin! da trifft es ein liebevolles trostbuch und ein wahrer freund schon eher, das meint nämlich die zeitschrift "freundin" über die monster von templeton.

und genau an diesem punkt setzt meine empfehlung an: wer gerne die freundin, brigitte, oder von mir aus auch die emma liest, hat vermutlich freude an dem buch, für stephen king fans gilt eher die prämisse kill it with fire


das lesezeichen.

keine ahnung woher ich dieses lesezeichen habe. mir gefallen aber die farben. oft passt ja aus gründen die nur das universum kennt (denn ich suche das lesezeichen niemals aus, die stecken alle hintereinander und das vorderste wird verwendet, bzw. das gerade verwendete wird hinter wieder hineingesteckt) das lesezeichen farblich oder thematisch zum buch, doch dieses passt ebensowenig zum buch wie es in diesem fall der leser getan hat.


Sonntag, 20. März 2016

VON DER WEIGERUNG PERFEKT ZU SEIN

ich lehne es kategorisch ab perfekt sein zu müssen! perfekt zu sein, bzw. etwas perfekt zu machen ist anstrengend. es kostet kraft, verlangt viel konzentration und raubt enorm viel zeit. und das alles für ein ergebnis, das nur ein quentchen besser ist als ein eben nicht ganz so perfektes.

natürlich gibt es situationen in denen perfektionismus nicht nur gefragt, sondern auch enorm wichtig ist. doch ich bin weder chirurg noch rakenwissenschaftler, in meinem leben ist perfektion eher sowas wie ein bonus oder luxus, weil es in den allermeisten fällen völlig wurscht ist, ob wasauchimmer nun absolut perfekt, oder eben "nur" sehr ok ist.

ich bin ein großer anhänger des pareto prinzips. für all jene denen dieser begriff nichts sagt kommt heir eine kurze erklärung: das pareto prinzip besagt, dass man in 20% der gesamtzeit eine sache zu 80% erledigt hat und für die restlichen 20% die anderen 80% der gesamtzeit benötigt. man braucht also zum beispiel 20 minuten um den teig für einen kuchen zusammenzurühren und dann bäckt er 80 minuten im rohr.


ich bin immer auf der suche nach einer möglichkeit diese 80% aufwand um die restlichen 20% auch noch abzudecken entweder ganz, oder zumindest teilweise zu verkürzen. meistens läuft es darauf hinaus, dass ich eben nicht ganz so perfekte arbeit abliefere, dafür jedoch sehr viel schneller bin. dieses risiko nehme ich bewusst in kauf, da es sich meiner meinung nach sehr wohl rentiert, denn meistens ist es überhaupt nicht nötig perfekt zu sein. selbst wenn es wichtig wäre perfekte arbeit abzuliefern kann es sich dennoch rentieren, da man in der selben zeit fünf mal mehr schafft, als wenn man auf perfektionismus beharren würde - mal so über den daumen gepeilt.

natürlich gilt das nicht für bereiche in denen es lebensgefährlich werden kann wenn man keine perfekte arbeit abliefert, oder eine nicht perfekt ausgeführte arbeit all die andere arbeit zunichte macht. doch manchmal kann man damit tatsächlich viel zeit und ärger sparen. vor allem seine eigene zeit und seinen eigenen unnötigen ärger.

doch ich muss auch zugeben, dass mir diese weigerung alles perfekt machen zu müssen manchmal sehr wohl auf den kopf fällt, und zwar genau dann, wenn mir eben nicht bewusst war, dass mein unperfektionismus einen rattenschwanz an mehr zeitaufwand und mehr arbeit nach sich ziehen kann, manchmal kostet es auch einfach geld. da mir meine zeit jedoch sehr wichtig ist, nehme ich es eben in kauf, auch wenn es vielleicht ein klein wenig kurzfristig gedacht sein mag.

ich habe auch keinerlei ambitionen der erste oder beste zu sein, wobei oder worin auch immer. natürlich, sollte es ein mal der fall sein - und hin und wieder ist das trotz meiner faulheit so - dann freue ich mich, aber ich reisse mir kein bein aus um immer vorne mit dabei zu sein. mir ist dieser ständige wettkampf extrem zuwider, da wettkämpfe viel mehr frustrierte "verlierer" als glückliche sieger verursachen

so habe ich eben keine perfekte frisur, bin nie perfekt rasiert, bin nur höchst selten perfekt gekleidet, meine karriere ist genau so nicht vorhanden wie meine finanzen und mein auto ist sowieso nie perfekt. dafür bin ich oft genug perfekt entspannt *zwinker*